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Hauptseite » Aktuell » Apple-Jünger und Analysten kabbeln sich in Internetforen Apple-Jünger und Analysten kabbeln sich in InternetforenInformelles Bündnis mit Windows entsetzt Fans - Finanzexperten begrüßen Apple-Entscheidung - Computer-Hersteller Dell gelassenBerlin - Fanatische Apple-Fans erleiden Höllenqualen. Nicht genug, daß Unternehmenschef Steve Jobs im Juni vergangenen Jahres das Herz der Rechner austauschte und der Prozessor fortan im Intel-Takt schlägt. Jetzt gibt er aus ihrer Sicht auch die Seele der Apple-Computer preis: das Betriebssystem. Am Mittwoch präsentierte das polarisierende Unternehmen die "Boot Camp" genannte Softwarelösung, die den Parallelbetrieb von Microsoft und Apple-Programmen ermöglicht. Binnen weniger Stunden quollen einschlägige Diskussionsforen im Internet vor Einträgen über."Ich bin fassungslos: Ist Apple wirklich schon so verzweifelt?", schrieb ein Besucher von "heise.de". Für einen gewissen "Herdeg" hingegen macht Apple "zum ersten Mal in 30 Jahren etwas cooles". "Thomas B." meinte im "MacEssentials"-Forum: "Der Sinn des Ganzen ist doch, möglichst viele Windows-Nutzer über MacOS (das Apple-Betriebssystem, d. Redaktion) zum Mac zu bringen." Diese Meinung vertraten auch die Finanzmärkte: Die Apple-Aktie stieg nach der Ankündigung um mehr als zehn Prozent nach oben. "Das wird Apple einen entscheidenden Schub geben, mehr Marktanteile am PC-Markt zu erhalten", hieß es in einem Report von JPMorgan Chase. Jeder Prozentpunkt mehr könne ein Umsatzplus von zwei Mrd. US-Dollar bedeuten. Noch steht Apple mit einem Marktanteil von etwa 2,2 Prozent jedoch alles andere als glänzend da. Einige Beobachter erwarten den Schlagabtausch der PC-Hersteller, die sich bereits jetzt über niedrige Gewinnmargen ärgern. "Unternehmen wie Dell und HP mußten sich nie sorgen, im Hardware-Markt auf Apple zu treffen", sagte Paul Jackson von Forrester Research dem US-Informationsdienst "CNet". Dell spielte die Gefahr noch am Tag der Apple-Ankündigung herunter. "2005 war unser Wachstum größer als die ganze Firma", sagte Dell-Chef Kevin Rollins. Dell könne 2006 einen Jahresumsatz von bis zu 100 Mrd. US-Dollar schaffen. Zuletzt setzte Dell 56 Mrd. US-Dollar um, Apple 14 Mrd. Experten glauben, daß Apple die Schwerpunkte innerhalb des Unternehmens verschieben will. Zuletzt wurden die Kalifornier immer abhängiger vom Erfolg des iPods. Im ersten Quartal verkaufte Apple 14 Mio. der Musikabspielgeräte und setzte 2,9 Mrd. US-Dollar um. Das ehemalige Kerngeschäft, der Rechner-Verkauf, brachte im gleichen Zeitraum nur 1,7 Mrd. US-Dollar. Eingefleischte Apple-Jünger beschwören indes den Weltuntergang. Ihre größte Sorge: Welcher Dritthersteller programmiert künftig noch für das Betriebssystem Mac OS, wenn auf jedem Apple-Computer auch Windows-Programme laufen? Ihnen bleibt die Hoffnung auf eine Wiederholung der Geschichte. Mitte der 90er Jahre gab es eine Steckkarte für Macintosh-Rechner, die ebenfalls den Betrieb von Microsoft-Programmen ermöglichte. Nach kurzer Zeit verschwand sie wieder vom Markt - weil niemand sie nutzen wollte.
Quelle: Weltwoche.de von Lars Winckler
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