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Nächster Microsoft-Patch "eine Schande"?

Übung für den Zeigefinger: Mit dem nächsten IE-Patch werden viele Websiteelemente erst nach Mausklick ausgeführt.
Der Patch, oder besser gesagt die Patches, welche Microsoft am 11. April, dem nächsten regelmässigen "Patch-Day" ausliefern wird, sollen nicht nur – nach Meinung vieler User reichlich spät – das aktuelle, sehr gefährliche Leck im Internet Explorer stopfen. Durch die Updates vom übernächsten Dienstag wird gemäss Microsoft auch die Art geändert werden, wie der Explorer mit den von vielen Websites gebrauchten ActiveX-Kontrollen umgeht: Der User wird in Zukunft zuerst eine Bestätigung, per Mausklick, Enter-Taste oder Tab geben müssen, bevor der Browser sie ausführt.
Diese Änderung dürfte viele Surfer oder Anwender von Unternehmensapplikationen durchaus zu spüren bekommen. Während bei manchen Sites kein Unterschied zu bemerken ist, kann man bei anderen den Zeigfinger ganz schön üben, bis interaktive Elemente wie Animationen oder Pop-Menus usw. geladen sind – zumindest bis die Sites oder Applikationen an die neuen Gegebenheiten angepasst sind. (Man kann das testen, indem man den bereits optional vorhandenen Testpatch anwendet).

Patentstreit
Microsoft reagiert mit der Änderung auf seinen Patentstreit mit Eolas. Sie hat zwar keine Auswirkungen auf den Prozess um die von Eolas behauptete bisherige Verletzung der Patente durch Microsoft, soll aber allfällige zukünftige Verletzungen dieser Patente – deren Rechtmässigkeit von Microsoft weiterhin bestritten wird – ausschliessen.

Eolas reagierte ziemlich verärgert auf die Microsoft-Aktion. Die Änderungen auf Kosten der User seien eine "Enttäuschung" und eine "Schande", erklärte Eolas COO Mark Swords in einem Interview mit 'eWeek'. Microsoft müsste ja nur, findet Swords nicht ganz uneigennützig, endlich eine entsprechende Lizenz von Eolas erwerben, dann wäre das Ganze unnötig.

Gnadenfrist höchstens bis Juni
Wie Microsoft Mitarbeiter Mike Nash in einem Eintrag in Microsofts Security Response Center Blog erklärt, werden auch neue Windows-PCs in Zukunft mit dem ActiveX-Update ausgeliefert. ISVs und Webentwickler sollten ihre Sites und Applikationen mit dem bereits erwähnten schon vorhandenen Patch austesten, rät Nash. Unternehmensanwendern rät er ebenfalls, möglichst schnell die Änderung auszutesten. Falls es damit Schwierigkeiten gibt, kann man die durch den automatischen Update vorgenommenen Änderungen durch einen "Kompatibilitäts Patch" wieder rückgängig machen, um Zeit für Anpassungen zu gewinnen. Den Retourpatch zum Patch ist allerdings nur bis zum 13. Juni gültig. Danach will Microsoft auch strikte keinen Support mit AcitveX-Controls geben. (Hans Jörg Maron)

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